Dancing-Star Gleb Savchenko gibt sein Mikrodrama-Debüt auf GoodShort

·
Von

Der Dancing With the Stars-Profi Gleb Savchenko wechselt vom Ballsaal vor die Kamera. In der GoodShort-Serie "You Messed With the Wrong Nerd" spielt er Mafia-Boss Joe James. Sein Einstieg steht für einen größeren Trend, denn die Mikrodrama-Plattformen werben gezielt um bekannte Gesichter aus dem klassischen Fernsehen.

Gleb Savchenko kennen US-Zuschauer als Profitänzer aus zwölf Staffeln Dancing With the Stars. Jetzt wagt er den Sprung in ein völlig anderes Format. Der gebürtige Moskauer wird in der GoodShort-Serie „You Messed With the Wrong Nerd“ die Rolle des Mafia-Bosses Joe James übernehmen, wie TheWrap exklusiv berichtete.

Joe James ist ein brutaler Unterweltboss, dessen harte Fassade ein loyales Herz verbirgt. Nach einem tödlichen Unfall erwacht er auf mysteriöse Weise im Körper eines gemobbten Teenagers. Die Serie setzt auf das vertikale Swipe-Format und wurde an einem einzigen Drehtag mit Savchenko in Hollywood abgedreht.

Vom Tanzparkett zur Vertikalserie

Savchenko bringt jahrelange Bühnenerfahrung mit. Neben seinen zwölf Staffeln bei Dancing With the Stars tanzte er in der britischen Show Strictly Come Dancing und spielte zuletzt in der ABC-Seifenoper The Bold and the Beautiful mit. Im Interview mit TheWrap erklärte er, warum ihn das kurze Format reizt. „Weil alles so schnell geht, müssen die Schauspieler extrem präzise sein“, sagte er. „Es ist eine neue, kreative Art, Geschichten zu erzählen und das Publikum in kürzester Zeit zu fesseln. Genau das will der moderne Zuschauer.“

Der Tänzer hat nach eigener Aussage kürzlich zwei Kinofilme gedreht und will sich langfristig als Schauspieler etablieren. „Ich will richtig gut werden“, sagte er gegenüber TheWrap. „Ich bin so ein Perfektionist.“

GoodShort verdoppelt die Produktion

Savchenkos Casting ist Teil einer größeren Strategie. GoodShort will seine Produktionskapazität von rund 15 auf 30 Projekte pro Monat verdoppeln, wie ein Set-Besuch von TheWrap zeigt. Dabei werden pro Tag etwa 15 Drehbuchseiten abgedreht, das Dreifache eines typischen Sitcom-Drehs. Manche Szenen stehen nach weniger als 30 Minuten im Kasten.

Das Tempo hat seinen Preis. Alex Amsellem, Head of Casting bei GoodShort, verwaltet die Besetzung von über 600 Hauptrollen pro Jahr für rund 300 vertikale Serien. „Wir sind an einem Punkt, an dem wir tatsächlich mehr Schauspieler brauchen, die in diesen Bereich einsteigen“, sagte er gegenüber TheWrap. Die Nachfrage übersteige das Angebot an verfügbaren Darstellern.

Genau hier kommen prominente Namen ins Spiel. Neben Savchenko hat Social-Media-Star Hannah Stocking kürzlich ihre erste Mikrodrama-Rolle bei MyDrama übernommen. Weil Stocking SAG-AFTRA-Mitglied ist, schloss die Produktion eine Vereinbarung mit der Gewerkschaft. Solche Deals könnten Schule machen, wenn weitere bekannte Gesichter folgen.

Warum Hollywood-Talente ins Mikrodrama wechseln

Der Fall Savchenko dürfte einen Trend illustrieren, der die Mikrodrama-Branche seit Monaten beschäftigt. Die Plattformen wachsen schneller als ihr Talentpool. Regisseur Scott Brown, der für MyDrama die Musical-Mikrodramaserie Playback in sieben Tagen in Mexiko-Stadt drehte, sieht das gelassen. „Als ich in die Unterhaltungsindustrie einstieg, wusste ich, dass ich mit den Besten der Welt konkurrieren würde“, sagte er gegenüber TheWrap. „Mobile ist ein neues Medium, und Mikrodramen sind eines der ersten Formate, die dort voll ausgereift funktionieren.“

Für Savchenko passt das schnelle Format zu seiner Arbeitsweise als Tänzer, wo Perfektion unter Zeitdruck zum Alltag gehört. Die Premiere von „You Messed With the Wrong Nerd“ soll im April angekündigt werden. Weitere Details zur Besetzung stehen noch aus. In der Serie ist neben Savchenko auch Mikrodrama-Darsteller Ben Armstrong zu sehen, der sich bereits eine feste Fangemeinde in der Szene aufgebaut hat. Ob prominente Castings tatsächlich zu einer besseren Zuschauerbindung führen oder nur kurzfristige Aufmerksamkeit bringen, bleibt abzuwarten.