Microtone: Londoner Studio startet Letterboxd für Mikrodramen

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Metrotone Studios hat mit Microtone eine App gestartet, die Mikrodrama-Titel aus mehreren Plattformen aggregiert und Nutzern Bewertungen, Watchlists und Discovery-Funktionen bietet. Das Londoner Studio sieht die App als fehlende Ebene in einem fragmentierten Ökosystem.

Das Londoner Produktionsstudio Metrotone Studios hat eine App namens Microtone veröffentlicht, die als zentrale Anlaufstelle für Mikrodrama-Fans konzipiert ist. Die App wurde von Screenburn entwickelt, dem Medientechnik-Startup der Metrotone-Gründer Dr. Charles Kriel, Katharina Gellein Viken und Duncan JA Dick.

Aggregator statt Konkurrenz

Microtone listet nach eigenen Angaben tausende Mikrodrama-Serien aus bestehenden Apps, darunter ReelShort, DramaBox, ShortMax, GoodShort, FlexTV und Kuku TV. Jeder Titel verlinkt direkt auf die jeweilige Quellplattform. Metrotone Studios bezeichnet Microtone damit ausdrücklich als „discovery layer rather than a competitor to existing distribution“. Nutzer können Watchlists anlegen, gesehene Titel loggen, Bewertungen und Rezensionen hinterlassen sowie nach Genre, Plattform und Trending-Aktivität filtern. Das Funktionsprinzip orientiert sich an Letterboxd für Filme und Goodreads für Bücher.

Einordnung

Der Launch adressiert ein strukturelles Problem des Marktes. Laut Daten des Analysehauses Omdia erreichte der globale Vertical Video-Markt für Mikrodramen 2025 einen geschätzten Umsatz von 11 Milliarden US-Dollar, bis Ende 2026 sollen es 14 Milliarden sein. Trotz dieses Wachstums ist das Angebot auf Dutzende Apps und Social-Media-Kanäle verteilt, jede mit eigenem Katalog, eigenem Währungssystem und eigenem Empfehlungsalgorithmus. Metrotone Studios sieht darin die Marktlücke, die Microtone schließen soll. Ob eine Discovery-App ohne eigenes Content-Budget die nötige Nutzerbindung aufbauen kann, wird der weitere Verlauf zeigen.

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