Bis zu 9.000 Dollar für neun Drehtage: ReelShort sucht Hauptdarstellerin für neue Vertikalserie

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Für die neue ReelShort-Produktion The Secret Between Us werden gerade Schauspielerinnen in Los Angeles gesucht. Das Casting-Inserat auf Backstage zeigt, was Mikrodrama-Produktionen heute zahlen und welches Profil gefragt ist.

Für die neue ReelShort-Produktion The Secret Between Us läuft aktuell ein offenes Casting in Los Angeles. Gesucht wird eine weibliche Hauptdarstellerin für die Rolle der Evelyn, einer ängstlichen, in sich gekehrten High-School-Seniorin. Das Inserat erschien am 16. März 2026 auf der Schauspielerbörse Backstage und gibt seltene Einblicke in die Produktionsbedingungen eines westlichen Mikrodrama-Originals.

Was das Casting verlangt

Die Ausschreibung richtet sich an weiße Schauspielerinnen zwischen 18 und 20 Jahren mit Wohnsitz in Los Angeles. Wer die Rolle bekommt, dreht vom 14. bis 27. April 2026 in L.A. Die Gage liegt bei 7.200 bis 9.000 US-Dollar für neun Drehtage, was einem Tageshonorar von 800 bis 1.000 US-Dollar entspricht.

Das ist für den Vertical Video-Bereich überdurchschnittlich. Backstage beschreibt in einem Überblick zum Jobmarkt für Vertikalserien vom März 2026, dass typische Tagessätze bei Mikrodrama-Produktionen eher im Bereich einiger hundert US-Dollar liegen. ReelShort, die nach eigenen Angaben jährlich rund 200 internationale Produktionen anstrebt, zahlt für Hauptrollen offenbar mehr.

Produktion in westlichen Märkten wächst

Das Casting ist ein weiterer Beleg dafür, dass ReelShort seine Produktion in den USA konsequent ausbaut. Bislang wurde ein Großteil der Inhalte für westliche Märkte in Kanada gedreht, wo Steuervorteile und vergleichsweise niedrige Produktionskosten die Standortwahl begünstigten. L.A. als Drehlocation für eine ReelShort-Eigenproduktion ist noch keine Selbstverständlichkeit.

Der Markt für Vertikalserien wächst rasant. Wie wir in unserem Bericht Mikrodrama-Produktion in Kanada beschrieben haben, entstehen in Nordamerika zunehmend lokale Produktionsstrukturen, die auf das Format spezialisiert sind. Offene Castings über Plattformen wie Backstage sind dabei ein wichtiges Rekrutierungsinstrument, weil sie nichtgewerkschaftliche Schauspieler erreichen, die im klassischen TV-Betrieb kaum wahrgenommen werden.

Was das für Schauspieler bedeutet

Die Ausschreibung zeigt ein klares Profil dessen, was Mikrodrama-Produktionen heute suchen. Verlangt wird keine Studioerfahrung, keine Gewerkschaftsmitgliedschaft, kein bekanntes Gesicht. Wichtig sind Typ, Alter und Verfügbarkeit. Das ist charakteristisch für das Format. Schnelle Besetzung, klar definierte Figuren, straffer Zeitplan.

Gleichzeitig steigen die Gagen erkennbar. Noch vor einem Jahr lagen vergleichbare Castings bei deutlich niedrigeren Tagessätzen. Dass ReelShort jetzt bis zu 1.000 US-Dollar pro Tag für eine Hauptrolle zahlt, deutet darauf hin, dass der Wettbewerb um Talente zunimmt. Plattformen wie DramaBox, ShortMax und der neu gestartete PineDrama produzieren ebenfalls in den USA und buhlen um dieselben Schauspieler.

Für Nachwuchsschauspieler in LA sind Mikrodrama-Produktionen damit zunehmend eine ernsthafte Option neben klassischen Werbedrehs und Nebenrollen. Die Projekte sind kurz, gut bezahlt und bieten eine Möglichkeit, schnell Kamera-Erfahrung zu sammeln.

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