Banijay treibt Mikrodrama-Rollout konzernweit voran: Deutschland, Brasilien, Finnland, Spanien

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Banijay Entertainment baut seine Mikrodrama-Aktivitäten konzernweit aus. Nach Deutschland, Brasilien, Finnland und Spanien produzieren oder entwickeln inzwischen vier Banijay-Labels vertikale Kurzserien. Das Debütprojekt aus Deutschland mit acht deutschen Creatorn und 33 Millionen kombinierten Followern wurde auf der Series Mania in Lille vorgestellt.

Banijay Entertainment baut seine Mikrodrama-Aktivitäten systematisch auf mehrere Märkte aus. Auf der Series Mania in Lille bestätigte der Konzern, dass inzwischen vier Labels in Deutschland, Brasilien, Finnland und Spanien im Format aktiv sind, wie Video Age International und Banijays eigener Blogbeitrag bestätigen.

Das Debütprojekt von Banijay Productions Germany wurde bereits fertiggestellt, ist aber noch ohne Käufer und Titel. Die 28-teilige Serie setzt auf einen Influencer-Cast aus acht deutschen Creatorn mit insgesamt mehr als 33 Millionen Followern. Executive Producer Imke Runde, die zuvor Scripted-Formate wie Richterin Barbara Salesch (SAT.1) und Verklag mich doch! (VOX) betreut hat, leitet die Produktion.

Managing Director Katrin Stefanović bezeichnete Mikrodramen als „aufregenden Raum, um neue Formate und Distributionsmodelle zu erproben“. Wie in unserem Bericht zur deutschen Produktion beschrieben, ist die Creator-Reichweite von Beginn an Teil der Distributionsstrategie.

Vier Märkte, unterschiedliche Modelle

In Brasilien haben Endemol Shine Brasil und das Produktionshaus A Fábrica eine Partnerschaft für ein Slate vertikaler Mikrodramen geschlossen. Das Modell kombiniert Endemol Shine Brasils Produktionserfahrung mit A Fábricas Scripted-Expertise.

In Finnland hat der öffentlich-rechtliche Sender Yle Banijay Finland mit der Produktion von [i]Survival Sisters[/i] beauftragt, einer 20-teiligen Serie mit je fünf Minuten Länge. Die Staffel soll gleichzeitig auf Yles Streaming-Plattform und auf Social-Media-Kanälen laufen. Das ist der einzige der vier Fälle mit einem gesicherten Auftraggeber vor Produktionsbeginn.

In Spanien entwickelt Banijay Iberia laut Konzerncommuniqué drei Mikrodrama-Projekte, ohne dass Details zu Stoffen oder Abnehmern öffentlich sind. Über die ersten Banijay-Schritte in Finnland und Spanien hatte ein früherer Bericht informiert.

Europäische Produktionshäuser positionieren sich

Das koordinierte Vorgehen zeigt, wie Konzerne mit breitem Länderfußabdruck das Mikrodrama-Format einsetzen: nicht als einzelnes Pilotprojekt, sondern als parallele Tests in mehreren Märkten. Banijay Entertainment bezeichnet sich als Europas größtes Studio im Scripted-Bereich, mit über 60 Labels und mehr als 100 Titeln pro Jahr.

In Deutschland ist Banijay aber schon lange nicht mehr allein. Constantin Entertainment produziert bereits zwei Staffeln mit je 60 Folgen für die internationale Plattform Crisp Momentum.

Wie der deutsche Marktüberblick zeigt, sind etablierte TV-Produzenten zunehmend bereit, in ein Segment zu investieren, das bislang von spezialisierten Apps wie ReelShort oder DramaBox dominiert wurde. Parallel dazu bauen europäische Ko-Produktionspartnerschaften wie die von Kedoo Entertainment mit Studio Quinze und Media Brighton den Markt für lokale Inhalte aus.